Zweites Corona-Steuerhilfegesetz verabschiedet / Anträge zu Überbrückungshilfen voraussichtlich ab 08.07.2020 möglich

Unmittelbar nach dem Bundestag hat auch der Bundesrat gestern (am 29.6.2020) zahlreichen Steuererleichterungen im „Zweiten Corona-Steuerhilfegesetz“ zugestimmt.

Das Gesetz wird zum morgigen Mittwoch (01.07.2020) in Kraft treten. Zu den einzelnen Punkte siehe insbesondere auch unsere Newslettern in den vergangenen Wochen. 

Die wichtigsten Punkte nochmal kurz zusammen gefasst: 
 Die Umsatzsteuersätze werden befristet vom 1.7.2020 bis zum 31.12.2020 von 19 auf 16 Prozent und von 7 auf 5 Prozent gesenkt, § 28 Abs. 1 bis 3 UStG-E.Für jedes im Jahr 2020 kindergeldberechtigte Kind wird ein Kinderbonus von 300 € gewährt, § 66 Absatz 1 Sätze 2 ff. EStG, § 6 BKGG-EEinführung einer degressiven Abschreibung in Höhe von 25 Prozent, höchstens das 2,5-fache der linearen Abschreibung, für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die in den Jahren 2020 und 2021 angeschafft oder hergestellt werden, § 7 Abs. 2 EStG-E.Die Fälligkeit der Einfuhrumsatzsteuer wird auf den 26. des zweiten auf die Einfuhr folgenden Monats verschoben, § 21 Abs. 3a UStG-E; § 27 Abs. 31 UStG-E.Der steuerliche Verlustrücktrag wird für die Jahre 2020 und 2021 auf 5 Mio. Euro bzw. 10 Mio. Euro (bei Zusammenveranlagung) erweitert, sowie ein Mechanismus eingeführt, um den Verlustrücktrag für 2020 unmittelbar finanzwirksam schon mit der Steuererklärung 2019 nutzbar zu machen, § 10d Absatz 1 Satz 1 EStG-E, §§ 110, 111 EStG-E; § 52 Abs. 18b EStG-E.Zur Vermeidung steuerlicher Nachteile infolge coronabedingter Investitionsausfälle werden die in 2020 endenden Fristen für die Verwendung von Investitionsabzugsbeträgen nach § 7g EStG um ein Jahr verlängert, § 52 Abs. 16 EStG-E.Der Ermäßigungsfaktor in § 35 EStG wird erstmals für den VZ 2020 von 3,8 auf 4,0 angehoben, § 35 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 und 2 EStG-E; § 52 Abs. 35a EStG-E. Demnach erfolgte vielerorts eine vollständige Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer. Einführung von Corona – Überbrückungshilfen (siehe unten) 
Corona-Überbrückungshilfe

Im Juli 2020 startet das neue Programm „Überbrückungshilfe“ der Bundesregierung. Es ist als Nachfolgeprogramm der Soforthilfe konzipiert. 

Die Überbrückungshilfe soll branchenübergreifend kleinen und mittleren Unternehmen gewährt werden, die ihre Geschäftstätigkeit in Folge der Corona-Krise anhaltend vollständig oder zu wesentlichen Teilen einstellen mussten. Eine Einstellung der Geschäftstätigkeit wird angenommen, wenn Umsätze Corona-bedingt im April und Mai 2020 zusammengenommen um mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen sind. Die Überbrückungshilfe soll den Besonderheiten stark betroffener Branchen Rechnung tragen. Diese sind neben anderen: Unternehmen der Veranstaltungslogistik, des Caterings und der Veranstaltung von Messen, Reisebüros und Reisebusunternehmen, das Hotel- und Gaststättengewerbe, Kneipen, Clubs und Bars sowie Schausteller.

Die Überbrückungshilfe soll ein monatlicher Zuschuss zu den betrieblichen Fixkosten der Monate Juni bis August sein. Entscheidend ist dabei der Umsatzrückgang im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat in unterschiedlichen Staffelungen.

Die Anträge sollen voraussichtlich ab dem 8. Juli 2020 online sein. Sobald der Termin steht werden wir Sie umgehend nochmals informieren. 

Die Anträge müssen dabei über Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer gestellt werden. Sofern Sie einen Umsatzrückgang von mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 vorzuweisen haben, setzen Sie sich bitte diese Woche mit uns in Verbindung, so dass wir hier in der kommenden Woche, sobald die Anträge online sind, die Überbrückungshilfen entsprechend für Sie beantragen können.
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Bei Fragen melden Sie sich jederzeit gerne bei uns. 

Wir wünsche Ihnen einen tollen restlichen Abend und morgen einen tollen Start in den Juli. 

Liebe Grüße Ihre

Mertens Schabow Steuerberatungsgesellschaft

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