Wichtige News in Sachen Steuern/Wirtschaft

Drei Monate ist das Jahr 2021 nunmehr wieder alt. Das erste Viertel ist schon wieder um und dies ist „kein Aprilscherz“. Zum Glück werden die Tage wieder länger und wir sind diese Woche vom Wettergott mit tollen Frühlingstagen beglückt worden.
 
Dies Jahr stand uns wieder ein besonderes Osterfest bevor. Im wirklich kleinsten Kreise ging es dieses Jahr auf die „Eiersuche“. Lassen Sie uns gemeinsam weiter stark bleiben und diese Pandemie gemeinsam meistern. Am Tunnelende schimmert ein kleines Licht, welches wir bereits erblicken können. Wir haben die Hoffnung, dass wir alle gemeinsam diese Licht nicht nur sehen, sondern bald auch wieder genießen können.
 
Das erste Quartal 2021 bestand für uns in der Aufbereitung von zahlreichen Anträgen für die Überbrückungshilfen II und III sowie für die November- und Dezemberhilfe. Darüber hinaus haben wir im 1. Quartal 2021 die letzten Steuererklärungen und Jahresabschlüsse für das Jahr 2019 aufgestellt und bereits viele Jahresabschlüsse für das Jahr 2020 erstellt. Im ersten Quartal haben wir mit vielen Mandanten gute Bankgesprächen führen können, tolle Gestaltungsmanöver im Bereich der Unternehmensstrukturierung vorgenommen sowie größere Verkaufsprozesse begleitet. Wir schauen mit Freude auf das 2. Quartal 2021, in welchem wir unseren Fokus noch stärker auf die wirtschaftliche Beratung bei Ihnen im Unternehmen legen werden. Über die passende Unternehmensstruktur, Cash-Flow Betrachtung und Liquiditätsoptimierung werden wir die entsprechenden steuerlichen optimierten Strukturen für Sie aufbauen. Melden Sie sich jederzeit gerne auch direkt bei uns, wenn Sie diesbezüglich Fragen haben bzw. wir Sie umgehend unterstützen können.
 
Was gibt es an weiteren News:

Gerne erstellen wir noch bis Ende April die November- und Dezemberhilfen.

Wir sind im laufenden Erstellungsprozess der Anträge auf Überbrückungshilfe III – sofern diese für Sie in Betracht kommt, geben Sie uns jederzeit gerne Bescheid. Darüber hinaus prüfen wir eigenständig eine mögliche Inanspruchnahme.

Im Rahmen der Überbrückungshilfe sind auch Ausgaben für die Etablierung von Hygienekonzepten und der Digitalisierung umfangreich förderfähig. Sprechen Sie uns hier gerne bei Bedarf an, so dass wir hier gemeinsam eine optimale Ausgestaltung vornehmen.

Das BMF möchte den technischen Wandel auch in Richtung der Steuerpflichtigen würdigen – und hat hierfür mit seinem BMF-Schreiben v. 26.02.2021 bestimmt, dass die gewöhnliche Nutzungsdauer für „Computerhardware“ und „Betriebs- und Anwendersoftware“ im Hinblick auf die Abschreibung gem. § 7 Abs. 1 EStG auf ein Jahr gesenkt wird. In dem BMF-Schreiben ist recht umfassend definiert, was unter „Computerhardware“ sowie „Betriebs- und Anwendersoftware“ verstanden wird: Unter „Computerhardware“ fallen insb. Computer, Desktop-Computer, Notebook-Computer, Desktop-Thin-Clients, Workstations, Dockingstations, externe Speicher- und Datenverarbeitungsgeräte sowie Peripheriegeräte. Betriebs- und Anwendersoftware“ meint neben Standardanwendungen auch auf den individuellen Nutzer abgestimmte Anwendungen wie ERP-Software, Software für Warenwirtschaftssysteme oder sonstige Anwendungssoftware zur Unternehmensverwaltung oder Prozesssteuerung.

Das Bundeskabinett hat am 24.3.2021 den Entwurf eines Ge­setzes zur Mo­der­ni­sie­rung des Kör­per­schaft­steu­er­rechts (Kö­MoG) beschlossen. Damit soll insbesondere eine Option zur Körperschaftsteuer für Personenhandelsgesellschaften und Partnerschaftsgesellschaften eingeführt werden. Die im Entwurf des KöMoG vorgesehene Option zur Körperschaftsteuer soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Familienunternehmen in der Rechtsform der KG oder OHG einer offenen Handelsgesellschaft stärken. Zudem sollen künftig Verluste aus Währungskursschwankungen im Zusammenhang mit Gesellschafterdarlehen als Betriebsausgabe abgezogen werden können. Mit der Erweiterung des persönlichen Anwendungsbereichs für Umwandlungen im Sinne des UmwStG soll außerdem das Umwandlungssteuerrecht weiter globalisiert werden. Mit einem neuen § 1a KStG wird Personenhandelsgesellschaften, Partnerschaftsgesellschaften und ihren Gesellschaftern die Möglichkeit eingeräumt, ertragsteuerlich und verfahrensrechtlich wie eine Kapitalgesellschaft und deren nicht persönlich haftende Gesellschafter behandelt zu werden. Das soll erstmals für den VZ 2022 gelten.

Am 10.03.2021 wurde das Dritte Corona-Steuerhilfegesetz im Bundesgesetzblatt (BGBl 2021 I S. 330) veröffentlicht. Das Gesetz setzt jene Maßnahmen um, welche im Koalitionsausschuss des Bundes (am 03.02.2021) beschlossenen worden waren. Sie zielen darauf ab, die Binnennachfrage zu stärken und die wirtschaftliche Erholung der Wirtschaft zu fördern. Von besonderer Bedeutung sind dabei:             
Die Verbesserung der Verlustverrechnung: Hier wurde das Rücktragsvolumen auf 10 Mio. Euro bei Einzelveranlagung bzw. 20 Mio. Euro bei Zusammenveranlagung angehoben. Dies gilt auch beim vorläufigen Verlustrücktrag für 2020 nach §§ 110, 111 EStG (§ 52 Abs. 52 und 53 EStG). Ferner wurde auf Empfehlung des Finanzausschusses im Bundestag die Berücksichtigung eines vorläufiges Verlustrücktrages auch für den VZ 2021 bei der Steuerfestsetzung für 2020 aufgenommen. Voraussetzung ist hier, dass die Vorauszahlungen für 2021 auf Null Euro herabgesetzt wurden. Ebenso wird die Möglichkeit eröffnet, die Stundung nach § 111 Abs. 4 EStG auch für die Nachzahlung bei der Steuerfestsetzung 2020 zu beantragen. Die Anwendung des ermäßigten Umsatzsteuersatzes im Gastronomiebereich: Die für Gastronomen (bisher bis zum 30.06.2021) befristete Absenkung der Mehrwertsteuer für Speisen auf 7 Prozent wird bis Ende 2022 verlängert (§ 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG). Eine Anwendung des Regelsteuersatzes von 19 Prozent ist für die Abgabe von Speisen im Restaurant somit erst wieder nach dem 31.12.2022 vorgesehen. Die Absenkung bleibt dabei nicht auf den direkten Gastronomiebereich beschränkt. Vielmehr profitieren von der Absenkung auch andere Bereiche, wie z.B. Cateringunternehmen, der Lebensmitteleinzelhandel, Bäckereien und Metzgereien, wenn diese mit der Abgabe verzehrfertig zubereiteter Speisen entsprechende Dienstleistungen erbringen. ​​​​​Nach dem sog. Kassengesetz (BGBl 2016 I S. 3152) müssen Unternehmen mit elektronischen Kassensystemen zum Manipulationsschutz eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) bei Kassenaufzeichnungen vorweisen. Wer hierbei auf eine cloudbasierte TSE-Lösung setzt, muss diese bis 31.3.2021 umsetzen. Sollten Unternehmen nicht in der Lage sein, bis Ablauf der von den Länderfinanzverwaltungen (Ausnahme: Bremen) gesetzten Nichtbeanstandungsfrist 31.3.2021 eine zertifizierte Cloud-TSE zu implementieren und die erforderlichen Maßnahmen zum Schutz der Anwenderumgebung umzusetzen, sollte dringend mit dem steuerlichen Berater die Antragstellung nach § 148 AO beraten werden. Ansonsten ist der Betrieb einer ungeschützten Kasse nach dem 31.3.2021 rechtswidrig, es drohen dann empfindliche Schätzungen sowie die Einleitung eines bußgeldbewehrten Ordnungswidrigkeitsverfahrens. Bitte holen Sie sich am besten direkt von Ihrem Kassenanbieter/-hersteller eine Bestätigung, wonach Ihre Kasse eine TSE-Einrichtung hat. Dies ist äußerst wichtig. 

Im Rahmen der Bundestagswahl Oktober haben bereits erste Parteien als mögliche Vehikel die sog. Vermögenssteuer genannt. Am 01.03.2021 – und damit ein gutes halbes Jahr vor der Bundestagswahl – hat die SPD ihr sog. „Zukunftsprogramm“ vorgestellt, mit welchem sie im Herbst mit ihrem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz antreten will. Unter anderem will die Partei das Steuersystem reformieren und die Vermögensteuer wiederbeleben. Wer sehr viel Vermögen hat, müsse einen größeren Beitrag zur Finanzierung des Gemeinwesens beitragen. Deshalb plane man unter anderem „einen maßvollen, einheitlichen Steuersatz von einem Prozent für sehr hohe Vermögen“ einzuführen. Gleichzeitig soll durch sehr „hohe persönliche Freibeträge“ gesichert werden, „dass sich die Steuerbelastung auf besonders vermögende Teile der Bevölkerung konzentriert.“ Sichergestellt werde, „dass mit der Vermögenssteuer keine Arbeitsplätze gefährdet werden“. Die Grundlage von Betrieben werde bei der Vermögenssteuer verschont. Steuern als tragendes Thema der Bundestagswahl – sicherlich auch bei anderen Parteien. Nicht unerwartet dürfte für viele sein, dass die SPD die Steuern für hohe Einkommen weiter erhöhen möchte. Auch die anderen Parteien werden in Kürze ihre Bundestagswahlprogramme abstimmen und sich zum Thema Steuern positionieren (müssen). Mit Sicherheit wird die potentielle Neuauslotung des Systems eine tragende Position im Wahlkampf einnehmen. Denn es gilt, die massiven Kosten, welcher der Staat für Abmilderungshilfen gegenüber den Corona-betroffenen Unternehmen und Bürgerinnen und Bürgern gestemmt hat – und in den 2020er Jahren sicherlich weiter stemmen werden muss – gegen zu finanzieren. 

Sie sehen, es bleibt weiterhin äußerst spannend. Gerade im Hinblick auf die Wahl im Oktober 2021 sollten wir gemeinsam die einzelnen steuerlichen Wahlprogramme der einzelnen Parteien gut im Blick haben und je nach möglichen Regierungszusammensetzungen entsprechend vorab noch reagieren und agieren, so dass Sie auch in geänderten Steuerstrukturen bzw. Steuergesetzen optimal aufgestellt sind.

Zu guter Letzt möchten wir Ihnen noch ein Video an die Hand geben, welches DATEV Unternehmen Online in Sachen DUO und Zahlung ganz aktuell hochgeladen hat:
HIER geht’s zum Video.
 
Bleiben Sie gesund! Wir freuen uns sehr auf einen intensiven Austausch in den kommenden Wochen und Monaten zu vielen spannenden wirtschaftlichen und steuerlichen Themen. ­ ­ ­ ­

     Liebe Grüße Ihre

     Mertens Schabow Steuerberatungsgesellschaft