Aktuelle News

Wir hoffen Sie haben eine tolle Woche bisher verlebt. Nun sind wir bereits schon wieder im September angekommen. Die Zeit rennt. So bin ich – Michael Mertens – schon wieder über 1 1/2 Woche stolzer Vater eines tollen Sohnes. 

Um uns herum bleibt die Zeit jedoch auch nicht stehen. So gibt es einige wichtige Neuigkeiten, die wir Ihnen im Nachfolgenden näher bringen wollen. Bei Fragen zu einzelnen Punkten melden Sie sich jederzeit gerne bei uns. 

Entwurf Jahressteuergesetz 

Das Bundeskabinett hat am 2. September 2020 den Entwurf für das Jahressteuergesetz 2020 beschlossen. Darin enthalten sind Steuervergünstigungen für kleinere und mittlere Unternehmen, bei der Kurzarbeit und für verbilligte Wohnraumvermietung.

Investitionen kleinerer und mittlerer Unternehmen sollen steuerlich stärker gefördert werden – mit einer Erhöhung der Investitionsabzugsbeträge auf 50 Prozent.

Die wichtigsten Punkte des Entwurfes im Überblick: 

  • Investitionsabzugsbeträge und Sonderabschreibungen
    • Die Nutzungsvoraussetzungen sollen vereinheitlicht und eine höhere einheitliche Gewinngrenze in Höhe von 150 000 Euro eingeführt werden. Investitionsabzugsbeträge und Sonderabschreibungen können dem Entwurf zufolge künftig auch für vermietete begünstigte Wirtschaftsgüter uneingeschränkt in Anspruch genommen werden.
    • Die Neuregelungen bei den Anspruchsvoraussetzungen für die Inanspruchnahme der Sonderabschreibungen sollen bereits für das Veranlagungsjahr 2020 anwendbar sein.
  • Arbeitgeberzuschüsse zum Kurzarbeitergeld
    • Die Steuerbefreiung der Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld soll bis 31. Dezember 2021 verlängert werden.
  • Steuerliche Maßnahmen für günstigen Wohnraum
    • Die steuerrechtliche Berücksichtigung von Aufwendungen bei der verbilligten Wohnraumvermietung soll erweitert und günstiger Wohnraum somit gefördert werden.
    • Konkret ist vorgesehen, dass Vermieter ihre Werbungskosten auch bei sehr günstiger Vermietung vollumfänglich abziehen können. Das gilt, wenn das Entgelt mindestens 50 Prozent (bislang: 66 Prozent) der ortsüblichen Miete beträgt.
    • Liegt das Entgelt zwischen 50 und 66 Prozent der ortsüblichen Miete, wird eine Prognose zur Einkünfteerzielungsabsicht vorgenommen. Wenn diese positiv ausfällt, werden die Werbungskosten aus diesem Mietverhältnis nicht gekürzt. So soll einer missbräuchlichen Nutzung der Neuregelung entgegengewirkt werden.
  • Mehrwertsteuer-Digitalpaket
    • Die zweite Stufe des sog. Mehrwertsteuer-Digitalpakets wird umgesetzt.
    • Diese EU-weit umzusetzenden Maßnahmen tragen zu einer wesentlichen Vereinfachung und zum Bürokratieabbau für Unternehmen bei, die entsprechende Leistungen in mehreren EU-Mitgliedstaaten ausführen. Zugleich sichert die Umsetzung das Steueraufkommen.
    • So wird durch die Erweiterung des Leistungsspektrums der zentralen Anlaufstelle der Mini-One-Stop-Shop zum One-Stop-Shop. Durch die zentrale Anlaufstelle müssen sich insbesondere Onlinehändler nicht mehr in jedem EU-Mitgliedstaat ihrer Kunden umsatzsteuerlich registrieren lassen
    • Das Leistungsspektrum wird für in der EU ansässige Unternehmer, die Rundfunk-, Fernseh- oder Telekommunikationsdienstleistungen (§ 3a Absatz 5 Umsatzsteuergesetz) erbringen, auf Lieferungen innerhalb eines Mitgliedstaates, innergemeinschaftliche Fernverkäufe und alle am Ort des Verbrauchs ausgeführten Dienstleistungen an Nichtunternehmer mit Sitz oder Wohnsitz in der EU erweitert.
    • Um dem international stark gestiegenen E-Commerce Rechnung zu tragen wird für Fernverkäufe von Gegenständen in Sendungen aus Ländern außerhalb der EU mit einem Sachwert bis 150 Euro ein neuer Import-One-Stop-Shop (IOSS) eingeführt. Dieser ermöglicht – als Alternative zur Erhebung der Einfuhrumsatzsteuer durch die Zollverwaltung – eine einfache und effiziente Erhebung der Umsatzsteuer auf in die EU eingeführte Sendungen.
  • Vereinfachung bei der Mobilitätsprämie
    • Die Mobilitätsprämie kann mittels Einkommensteuerbescheid festgesetzt werden. Die zusätzlich zur Entfernungspauschale gewährte Mobilitätsprämie soll in das bestehende Verfahren der Einkommensteuerfestsetzung integriert werden
  • Weitere Maßnahmen
    • Außerdem sind Maßnahmen für mehr Digitalisierung und zur Bekämpfung von Steuergestaltungen sowie Maßnahmen zur Klarstellung in Reaktion auf BFH-Rechtsprechung vorgesehen.
    • Darüber hinaus, so das Bundesministerium der Finanzen (BMF) habe sich in verschiedenen Bereichen des Steuerrechts fachlich notwendiger Gesetzgebungsbedarf ergeben. Dies betrifft insbesondere notwendige Anpassungen an EU-Recht und EuGH-Rechtsprechung sowie unvermeidlicher technischer Regelungsbedarf.
    • Einige Details hierzu finden sich in der Pressemitteilung des BMF.

Verlängerung der Überbrückungshilfen 

Am 25. August 2020 hat der Koalitionsausschuss beschlossen, die Laufzeit des Überbrückungshilfen-Programms für kleine und mittelständische Betriebe bis zum 31. Dezember 2020 zu verlängern.

Einzelheiten sollen dazu auf der Fachebene im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in der 36. KW erörtert werden. Der erste Programmteil für die Fördermonate Juni bis August 2020 wird nach Kenntnis der BStBK unverändert weitergeführt; die Anträge sind bis spätestens 30. September 2020 zu stellen. Für den zweiten Programmteil, der die Fördermonate September bis Dezember 2020 umfasst, wird voraussichtlich eine Antragstellung ab Oktober möglich sein.

Sobald der Bundesteuerberaterkammer genauere Einzelheiten bekannt werden, werden wir darüber informieren.

Grundsteuerreform | Eckpunkte für Grundsteuer in Hamburg (Finanzbehörde)

Hamburgs Finanzsenator Dr. Andreas Dressel hat am 2.9.2020 erste Eckpunkte für eine reformierte Grundsteuer vorgestellt. Anders als das künftige Bundesrecht, das stark auf den Bodenwert abstellt, sieht Hamburg ein Wohnlagemodell vor. Die Bewertung soll künftig anhand von Äquivalenzzahlen multipliziert mit der Grundstücks- beziehungsweise Gebäudefläche erfolgen.

Hintergrund: Im Zuge der Verabschiedung der bundesrechtlichen Grundsteuer wurde eine Öffnungsklausel vereinbart, die es den Ländern ermöglicht, gegebenenfalls ein eigenes Modell anzuwenden. Ab dem Jahr 2025 muss die Grundsteuer erstmals nach neuem Recht angewendet werden.

Hierzu wird u.a. weiter ausgeführt:

  • Die Äquivalenzzahlen sollen typisierend die Kosten und den Nutzen der nicht durch Beiträge und Gebühren oder durch andere Steuerarten abgedeckten kommunalen Infrastruktur abbilden. Künftig sollen unabhängig von ihrer Nutzung Grundstücksflächen mit 0,02 Euro je Quadratmeter bewertet werden und Gebäudeflächen mit 0,40 Euro je Quadratmeter.
  • Im Bereich der Steuermesszahlen ist aus sozial- und wohnungspolitischen Gründen für Gebäudeflächen, die zu Wohnzwecken genutzt werden, eine Begünstigung von 50 Prozent gegenüber Gebäudeflächen, die nicht zu Wohnzwecken genutzt werden, vorgesehen.
  • Diese Ursprungsmesszahl für Wohnen von 0,5 wird bei normalen Wohnlagen im Gegensatz zu guten Wohnlagen um eine Ermäßigung von 25 Prozent zusätzlich begünstigt, um Stadtentwicklungsgesichtspunkte zu berücksichtigen und um das Ziel des bezahlbaren Wohnraums zu fördern.
  • Diese als Wohnlagefaktor ausgeprägte Lageermäßigung orientiert sich dabei am Hamburger Wohnlageverzeichnis. Solange noch keine Wohnlage (zum Beispiel in Neubaugebieten) festgestellt worden ist, wird zunächst von einer normalen Lage ausgegangen und ebenfalls die Ermäßigung verwendet. 

Steuerfahnder haben AirBnB Daten 

Am gestrigen Mittwoch hat der Spiegel einen wichtigen Artikel in Sachen Vermietung und AirBnB veröffentlicht. Die Wohnung über Airbnb vermietet und die Einnahmen bei der Steuer verschwiegen? Das könnte teuer werden: Der Fiskus hat die Herausgabe der Daten erstritten – und wertet diese nun aus.

Den Ganzen Artikel finden Sie hier 

Kommentar verfassen